Balkonsolar in 2025 und 2026

Balkonsolar-News: Förderung in 2026, starker Zubau in 2025 & Produktnorm

Erhöhte Förderung der Stadt Kassel für 1 PV-Modul für Transferleistungsempfänger*innen und Geringverdiener*innen geht in die nächste Runde

Nach erfolgreichem Abschluss der ersten Förderrunde legt die Stadt nochmal nach: 40 Stück komplett finanzierte Balkonkraftwerke mit jeweils einem Modul komplett kostenfrei! Aufgebaut werden die Anlagen durch uns, die Drumherum-Organisation inkl. Anmeldung übernimmt die lokale Energieagentur Energie 2000 im Rahmen des StromSparChecks

Das gilt, wenn ihr 

  • Bürgergeld

  • Sozialhilfe

  • Wohngeld

  • geringe Rente (Anspruch auf Grundrente)

  • Leistungen nach dem Asylbewerbergesetz oder

  • Kinderzuschlag bezieht,

  • oder euer Netto‐Einkommen unterhalb des Pfändungsfreibetrags (1.500 Euro) liegt.

Dabei kriegt ihr auch noch eine Energieberatung zuhause ganz umsonst. Ihr könnt dabei neben guten Energiespartipps auch LEDs oder andere kleine technische Energiesparhilfen bekommen.

Macht also gern einen Termin für diese Energieberatung mit Balkonkraftwerk aus – das geht auch auf der gleichen Förderseite:
www.kassel.de/balkonkraftwerk

Kassel trotzt dem Bundestrend: BKW-Zubau verdoppelt sich

Während der bundesweite Ausbau von Balkon-Kraftwerken 2025 erstmals leicht rückläufig ist, setzt Kassel ein starkes Zeichen: In diesem Jahr werden in Kassel genauso viele Balkonkraftwerke installiert wie insgesamt bis Ende 2024 registriert waren.
Damit verdoppelt unsere Stadt innerhalb eines einzigen Jahres ihre Gesamtzahl an Mikro-PV-Anlagen und zeigt, dass lokale Energiewende-Initiativen auch bei politischem Gegenwind deutliche Erfolge erzielen können.

Neue Produktnorm: Mehr Sicherheit und Klarheit für Steckersolargeräte

Die neue Produktnorm DIN VDE V 0126‑95 für Steckersolargeräte, die im November 2025 vom VDE veröffentlicht wurde, bringt endlich mehr Rechtssicherheit für Hersteller, Händler und Nutzer von Balkonkraftwerken. Sie definiert ab der Gültigkeit (1.12.2025) erstmals klar, was ein normkonformes Steckersolargerät ist – also die Kombination aus Solarpanel, Wechselrichter, Kabeln, Stecker und Montage‑/Bedienungsanleitung – und legt technische Mindestanforderungen fest, an denen sich normkonforme Produkte zukünftig orientieren müssen. Die Norm regelt auch die Leistungsgrenzen: Neue Geräte dürfen bis zu 960 Wp mit dem normalen Schuko-Stecker oder bis zu 2.000 Wp mit speziellem Energiestecker (oder fest verkabelt wie meist bei uns) betrieben werden. Durch diese Grenzen wird die Überlastung des bestehenden Stromkreises und der Steckdose vermieden, sodass eine sichere Nutzung für alle Laien im Haushalt gewährleistet wird.

Die Norm richtet sich primär an Hersteller und Inverkehrbringer. Für alle bestehenden bzw. schon von den Vermieter*innen genehmigten Anlagen gilt so oder so auf jeden Fall Bestandsschutz. Auch zukünftig müssen nicht alle Balkonkraftwerke die Norm einhalten – genauso wie heute auch Papier außerhalb der DIN A4-Norm verkauft werden darf. Aber die Norm bietet eben klare Orientierung. Zukünftig werden sich vor allem schrittweise mehr Wohnungsbaugesellschaften, Förderprogramme oder Versicherungen auf die Einhaltung der Norm beziehen. Damit schafft die Norm bald auch für Mieter*innen mehr Planungs- und Betreibersicherheit. Zumindest sobald dann auch normkonforme Balkonkraftwerke angeboten werden können. Das hängt gerade noch an den Herstellern der Wechselrichter und der Unterkonstruktionen. Wir sind aber dran.

Wichtig: Speicher sind in dieser Norm nicht enthalten, hier gilt weiterhin der Stand der Technik, und das Nutzen eines Schuko‑Steckers ist unserer technischen Einschätzung nach unproblematisch. Es sollten allerdings keine selbst zusammengebastelten Speicherlösungen verwendet werden – diese können tatsächlich gefährlich sein. Wenn ihr eine Anlage mit uns baut, prüfen wir, ob im Einzelfall ein Tausch der Sicherung durch eine 10A oder 13A-Sicherung angebracht ist.

Rückblick 2025 und Ausblick 2026

Jahresrückblick 2025 und Ausblick auf 2026

SharePic: Unser 2025 → 850 Menschen erreicht mit 44 Events → 84 Balkonkraftwerke (= 64 kWp) .→ 4 Groß-Solaranlagen (= 212 kWp) mit ca. 120 Helfer*innen ...und tolle neue Kontakte mit der Schulsolarbildung! in gelbem Rahmen

Rückblick 2025

Wieder ist ein Jahr rum – und dieses Jahr konnten wir unser 5-jähriges Jubiläum feiern! Danke an alle, die mit uns Projekte realisieren und uns unterstützen, egal ob seit 5 Jahren, 5 Monaten oder 5 Minuten!

Wir blicken zurück auf unsere drei Bausteine:

Gemeinschaftlicher Solarbau

Das zweite Jahr mit vollem Fokus auf die richtig großen Dächer haben wir richtig gerockt: Das Solarteam, bestehend aus Anne, Anni und Jan, hat 4 Dach-Baustellen realisiert dieses Jahr:

  • Casseler Frauen Ruderverein: 16,6 kWp (April 25)
  • Goetheschule: 73,7 kWp (Mai 25)
  • Lichtenberg-Gymnasium 97,2 kWp (August 25)
  • Heinrich Schütz Schule: 25 kWp (Oktober 25)

Wir freuen uns besonders über die fruchtbare Zusammenarbeit mit der Stadt Kassel und der Planungs- und Betriebs GmbH des Landkreises in Bezug auf die Schuldächer – wir nehmen die Schüler*innen nicht nur mit aufs Dach, sondern haben auch die Möglichkeit, „am Boden“ mit unseren Schulsolarbildungs-Modulen weiter mit den Schüler*innen zu arbeiten (mehr dazu unter Klimabildung).

Klimabildung

Mit unseren ca. 40 Veranstaltungen haben wir dieses Jahr über 850 Menschen erreicht!

Neben diversen Workshops zu Klimakommunikation, Balkonkraftwerken und PV-Basics für Frauen*, haben wir dieses Jahr einen weiteren Schwerpunkt etabliert: Unsere Schulsolarbildung, die die Solarbaustellen super ergänzt. Möglich wurde das erst durch die Förderung der Deutschen Postcode Lotterie – vielen herzlichen Dank nochmal an alle Beteiligten!

Im Rahmen des Förderprojekts haben wir verschiedene Module (weiter-)entwickelt: Projekttage mit Experimentiersets, eine Solar-AG und die Begleitung der Bauwochen.

Diese Module wollen wir gerne an weitere Schulen in Stadt und Landkreis Kassel bringen – wenn ihr Kontakte habt, gerne her damit!

Das Highlight des Jahres war für uns das bundesweit erste FLINTA*-SolarCamp! Dieses Jahr waren wir dafür mit 25 Frauen und Queers in der Kommune Niederkaufungen und haben sie in 2 Wochen Theorie & Praxis zu PV-Hilfskräften ausgebildet.

Balkonkraftwerke

Der Balkonsolar-Schwerpunkt liegt weiterhin auf Installationen & Abholungen. Damit haben wir in 2025 84 Balkonkraftwerke in die Haushalte gebracht, die zusammen auf eine Leistung von knapp 65 kWp kommen, da der Trend zu 800W-Anlagen geht.

Dieses Jahr konnten wir auch endlich unsere Preise senken und Balkonkraftwerke noch attraktiver machen für mehr Menschen. Neu ist auch, dass wir nun Speicher mit im Angebot haben.

Die Förderung der Stadt Kassel für Balkonkraftwerke begeistert zusätzlich für die eigene Stromerzeugung am Balkon. Wir wünschen uns, dass auch die besondere Förderung für Menschen mit geringem Einkommen noch mehr genutzt wird, denn in solchen Haushalten kann ein Balkonkraftwerk einen echten Unterschied machen auf der Stromrechnung!

Während der bundesweite Ausbau von Balkon-Kraftwerken 2025 erstmals leicht rückläufig ist, setzt Kassel ein starkes Zeichen: In diesem Jahr werden in Kassel genauso viele BKW installiert wie insgesamt bis Ende 2024 registriert waren.
Damit verdoppelt die Region innerhalb eines einzigen Jahres ihre Gesamtzahl und zeigt, dass lokale Energiewende-Initiativen auch in einem stagnierenden Markt deutliche Erfolge erzielen können!

 

Team

Wir dürfen wieder ein neues Kollektivmitglied begrüßen: Seit Mai 2025 arbeitet Thomas vor allem im Balkonkraftwerke-Team dabei und ist wenige Monate später auch schon Kollektivmitglied geworden.

Seit September unterstützt uns Mateo als FÖJ-ler. Danke an dieser Stelle auch nochmal an Yentl, die als Freiwillige bis August dabei war!

Anfang Dezember haben wir intensive Kollektivtage im Schwarzwald verbracht und dabei auch mal wieder neue Fotos gemacht:

Gruppenbild Kollektiv
Das Kollektiv im Dez. 2025 (es fehlen die Teammitglieder Lukas und Mateo)

Ausblick 2026

Das politische Klima wird rauer, aber wir bleiben hier!

Auch in 2026 werden wir wieder PV-Anlagen bauen mit Schüler*innen, unseren Bildungsbereich breiter aufstellen und die Energiewende an Kassels Balkonen sichtbar machen!

Besonders spannend könnte es im Bereich Mehrparteien-PV werden:

Die Umsetzung von Projekten zur Gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung (GGV) läuft deutschlandweit schleppend, aber immerhin sind inzwischen ein gutes Dutzend Projekte realisiert. In Kassel hat der dafür nötige Smart-Meter-Ausbau begonnen; auch die Stadtwerke sind am Thema GGV dran, auch wenn der Aufbau der nötigen Software noch dauert. Wir begleiten ein mögliches Pilotprojekt schon länger und gehen davon aus, dass es im nächsten Jahr umgesetzt wird. Daher sind wir zuversichtlich, dass das Eis bald gebrochen wird und der Weg frei ist für den so wichtigen Ausbau von Photovoltaik auf Mehrfamilienhäusern in Kassel! Außerdem wurde nun endlich nach jahrelanger Verzögerung ein deutsches Modell für das Energy Sharing beschlossen – das jetzt aber erstmal den Praxistest bestehen muss. Wir bleiben dran!

Danke nochmal an alle, die uns auf unserem Weg begleiten – ohne euch wären wir nichts!

PS: Wer uns unterstützen möchte, kann dies ganz einfach per Online-Spende tun. Danke auch dafür!

Danke für euer Interesse und eure Unterstützung!

Bleibt gesund & energiegeladen!

Neuigkeiten aus dem Balkonkraftwerke-Team

Unser Balkonsolar-Angebot aktualisiert: Preise & Speicher

Preisreduzierungen für Balkonkraftwerke

Auf dem Solarmarkt hat sich einiges getan. Besonders die Wechselrichter und die Photovoltaik-Module selbst – die beiden teuersten Bauteile neben dem Befestigungsmaterial – sind in den letzten Monaten spürbar im Preis gefallen. Für uns bedeutet das: Wir konnten unsere Kalkulation komplett überarbeiten und unsere Preise sowohl für Abholungen inkl. individueller Beratung als auch für Komplett-Installationen nachhaltig senken:

  • Abholungen sind ab sofort mindestens 100 € günstiger
  • Installationen mit drei Modulen sogar bis zu 350 € günstiger

Schaut gern in die aktuelle Preisliste, so sehr gelohnt haben sich Balkonkraftwerke vom Geld her betrachtet bislang noch nie! Denn wenn ihr ein Balkonkraftwerk selbst installiert, habt ihr durch die eingesparten Stromkosten das Balkonkraftwerk bei ordentlicher Ausrichtung schon nach knapp vier Jahren wieder „drin“ (falls ihr den Normalpreis wählt). Wenn wir es für euch installieren, dauert es mit rund sechs Jahren auch kaum länger.

Über die Laufzeit spart jedes der neuen Module wegen dem gestiegenen Stromertrag sogar über 3 Tonnen CO2 ein – so treibt ihr die Klimawende voran!

Speicher – sinnvoll ab drei Modulen

Auch beim Thema Speicher hat sich viel getan: Die Preise sind inzwischen so attraktiv, dass wir aus wirtschaftlicher Sicht ab drei Modulen klar zu einem Speicher raten können. Bei zwei Modulen sind Kosten, der ökologische Ressourcenaufwand und der Zusatzaufwand für die Installation des Speichers zu hoch, da der Strom aus den zwei Modulen ja weitgehend schon von den Grundlastverbrauchern im Haushalt verbraucht wird und damit der Nutzen eher gering ist.
Aufgrund immer mehr Nachfragen haben wir verschiedene Speicher-Systeme getestet. Unsere größte Kritik: Viele Hersteller setzen zur Nutzung zwingend auf eine Cloud-Anbindung. Das Teilen von WLAN-Passwörtern und des Standorts birgt allerdings Cybersecurity-Risiken und bringt eine Abhängigkeit von den Servern des Hersteller mit sich (z. B. im Insolvenzfall würden viele klassische Speicher nicht mehr funktionieren). Im ärgsten Fall schalten manche Hersteller auch mal Speicher oder Wechselrichter aus der Ferne ab – das kann wenn es hunderttausendfach passiert schon mal einen Blackout verursachen. Deshalb war uns wichtig: ein Speicher, der im worst case auch lokal weiterbetrieben werden kann.
Dabei hat uns der Zendure SolarFlow 800 Pro am meisten überzeugt. Das liegt insbesondere an der Möglichkeit, dass der Speicher auch z.B. nach Insolvenz und Abschaltung der Hersteller-Server lokal und ohne Cloud-Anbindung weiterhin smart betrieben werden kann. Weitere Vorteile des Systems sind:

  • Bis zu 4 einzeln gesteuerte Module mit unterschiedlichen Ausrichtungen anschließbar.
  • Notstromsteckdose → Auch für mobile Anwendungen einsetzbar, wenn ihr mal damit campen wollt oder das Homeoffice an die Buga verlegen wollt.
  • Erweiterbar → Wer mehr als die durchschnittliche Kapazität von 1,92 kWh wünscht, kann unkompliziert einen Zusatzakku nachrüsten.
  • AC-Laden und Nachrüstung für bestehende Balkonkraftwerke möglich → Der Speicher kann direkt über das Hausnetz mit Netzstrom geladen werden. Über die Notstromsteckdose lassen sich aber auch bestehende Balkonkraftwerke anschließen.
  • Smartes Laden mit Wetterprognosen → Das integrierte Energiemanagement kann sich an den Wettervorhersagen orientieren und so die Lade- und Entladezeiten optimieren.
  • Netzdienlich & zukunftsfähig → Durch die Möglichkeit, dynamische Stromtarife zu nutzen, könnt ihr das Stromsystem unterstützen und dabei noch mehr Stromkosten sparen.
  • Attraktiver Preis → Im Vergleich zu anderen Systemen deutlich günstiger.

Der Speicher nutzt die Lithium-Eisen-Phosphat-Technologie, die schon mit deutlich weniger des problematischen Lithiums auskommt als klassische Lithium-Ionen-Akkus. Dennoch warten wir weiter auf ökologisch sehr viel bessere Natrium-Ionen-Akkus, die in den nächsten 1-2 Jahren wohl auch für Balkonkraftwerke kommen werden. Wir halten euch auf dem Laufenden dazu.
Beim Zendure SolarFlow 800 Pro sehen wir aktuell den besten Kompromiss bzgl. Sicherheit, Unabhängigkeit und Flexibilität bei gleichzeitig fairem Preis-Leistungs-Verhältnis.

Ein Speicher macht aus unserer Sicht nur dann Sinn, wenn er mit einem Energiemessgerät im Stromzählerschrank oder der Unterverteilung kombiniert ist. Denn dieses Messgerät erfasst, wieviel Strom gerade im gesamten Haushalt verbraucht wird, sodass der Speicher dann bedarfsgerecht einspeisen kann. Da gibt es auch erste Varianten mit Infrarot-Auslesung, die sich selbst installieren lassen, aber regelmäßig neue kleine Akkus brauchen. In der Regel installieren wir also ein dauerhaftes Messgerät für euch. Für die Kommunikation braucht es in beiden Fällen eine WLAN-Verbindung vom Speicher zum Zählerschrank. Wenn nötig kann dafür aber auch mit einem WLAN-Repeater nachgeholfen werden.

Weitere spannende Infos zum Thema Speicher findet ihr auch in unseren Häufigen Fragen (FAQs).

Neuer FÖJ-ler Mateo

Willkommen, Mateo!

Auch dieses Jahr bieten wir wieder eine FÖJ-Stelle an und heißen Mateo herzlich willkommen!

Hier stellt er sich vor:

Ab Anfang September 2025 mache ich mein Freiwilliges Ökologisches Jahr bei SoLocal Energy.

Nach meinem Abitur möchte ich dieses Jahr nutzen, um mich für Gesellschaft und Umwelt zu engagieren und dabei auch wichtige Erfahrungen und Orientierungshilfen für meinen zukünftigen Lebensweg zu sammeln.

Das FÖJ bei SoLocal Energy gibt mir die Möglichkeit, in unterschiedlichen Bereichen die praktische Arbeit für die Energiewende kennenzulernen und mich einzubringen. Durch die vielfältigen Aufgaben im Handwerk, der Bildungsarbeit und mehr leiste ich hier einen Beitrag für Klimagerechtigkeit, was mir persönlich sehr am Herzen liegt.

Beim gemeinsame Arbeiten mit den Kollektivmitgliedern kann ich viel von anderen Personen lernen, meine eigenen Fähigkeiten auszuprobieren und neue Stärken zu entdecken.

Ich freue mich sehr auf ein spannendes Jahr mit tollen Menschen!

Erreichen könnt ihr mich unter mateo.kraus@solocal-energy.de und 0561/4739 169-11.

Rückblick SolarCamp 2025

25 FLINTA* zu PV-Hilfskräften ausgebildet!

(Frauen, Lesben, inter, non-binäre, trans, agender und weitere diverse)

Die SolarCamp-Teilnehmer*innen am Musterdach mit unseren Kooperationspartnern

Unser drittes SolarCamp war ein besonderes: Bundesweit erstmalig war das Angebot nur auf FLINTA* (Frauen, Lesben, inter, non-binäre, trans, agender und weitere diverse) ausgerichtet. 

Aus unserer langjährigen Baustellen-Erfahrung wissen wir, dass es für viele FLINTA* geschützte Räume braucht, um sich an Werkzeugen und technischen Projekten auszuprobieren, da diese Bereiche gesellschaftlich leider immer noch männlich geprägt sind.

Deshalb wollten wir dieses Jahr mal ausprobieren, ein SolarCamp nur für FLINTA* anzubieten und siehe da: Es gab großes Interesse, sodass wir über die 25 Teilnehmenden hinaus sogar noch einige Menschen auf der Warteliste nicht mit einem Platz versorgen konnten.

[Warum wir von FLINTA* und nicht nur von Frauen sprechen, haben wir hier mal aufgeschrieben.]

Die Teilnehmenden eigneten sich in 2 Wochen PV-Basics in Theorie & Praxis an. Nach der ersten Woche „Trockenübungen“ am Musterdach ging es in der zweiten Woche wieder in Praxisbetriebe in der Region, um die Fähigkeiten im „echten Leben“ zu erproben.

Glückwunsch an alle 25 erfolgreiche Absolvent*innen des SolarCamps 2025!

Und natürlich ein großes Dankeschön an alle Kooperationspartner*innen, die das möglich machten und an die Kommune Niederkaufungen, die uns hervorragend untergebracht und verköstigt hat!

Wer Interesse hat, im nächsten Jahr mitzumachen, kann sich unter solocal-energy.de/solarcamp auf die Interessiertenliste eintragen. Wir freuen uns drauf!

Neues Team-Mitglied Thomas

Willkommen, Thomas!

Neues Team-Mitglied Thomas

Wir haben Zuwachs bekommen im Bereich Balkonkraftwerke und heißen Thomas herzlich willkommen!

Hier stellt er sich vor:

Seit Mai 2025 bin ich Teil von SoLocal Energy und unterstütze das Balkonkraftwerk-Team

Mein Fokus liegt auf allem rund um Balkonkraftwerke: Ich berate Interessierte, plane individuelle Lösungen, organisiere Logistik und Installation, kümmere mich um die Anmeldung und begleite auch nach der Inbetriebnahme weiter. Mir ist wichtig, für jede Situation eine passende und praktikable Lösung zu finden – um möglichst vielen Menschen einen unkomplizierten Zugang zur Solarenergie zu ermöglichen.

Nach meinem Bachelor in Geographie und dem Master „Regenerative Energien und Energieeffizienz“ habe ich eine Weiterbildung zum Energieberater abgeschlossen. Anschließend war ich in der Windenergiebranche tätig. Die Begeisterung für Photovoltaik begleitet mich jedoch schon lange – und bei SoLocal Energy habe ich endlich die handwerkliche Komponente gefunden, die mir bisher gefehlt hat.

Ich möchte meine Begeisterung für die Energiewende weitergeben, Verantwortung übernehmen und gemeinsam mit anderen konkrete Veränderungen anstoßen. Besonders motivierend finde ich, Menschen – gerade auch im urbanen Raum – Teilhabe an der Energiewende zu ermöglichen. Die kollektive Arbeitsweise bei SoLocal eröffnet mir zudem eine neue Perspektive auf Zusammenarbeit, Verantwortung und das Verständnis von Arbeit – die ich nicht mehr missen möchte.

Erreichen könnt ihr mich unter thomas.schwander@solocal-energy.de und 0561/4739 169-7.

FÖJ bei SoLocal Energy 2025/2026

Freiwilliges ökologisches Jahr in unserem Verein

Das Team von SoLocal Energy trägt ein Solarmodul, Schriftzug Pack mit uns an bei deinem FÖJ!

Ab September 2025 haben wir wieder einen Platz für ein Freiwilliges ökologisches Jahr (FÖJ). Freiwillige zwischen 18 und 27 können für ein Jahr in unsere Vereinsarbeit reinschnuppern. Dabei gibt es Einblicke in die Arbeit in unserem Kollektiv und die Möglichkeit bei der Planung, Logistik und Installation von großen und kleinen PV-Anlagen dabei zu sein. Zudem kann bei der Organisation und Durchführung von Workshops und Veranstaltungen zu Photovoltaik und Energiewende unterstützt werden. Es ist also ein abwechslungsreiches Jahr zwischen Büro, Lager und Baustelle möglich.
Träger des FÖJ ist das Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie. Falls ihr Lust auf mehr Infos habt oder euch bewerben wollt, meldet euch gerne bei Anna. Erreichen könnt ihr sie unter anna.schilling@solocal-energy.de und 0561 / 4739 169-4

Hier erzählt unsere aktuelle FÖJ-lerin Yentl von ihrem Freiwilligendienst:

Erstes SolarCamp Kassel nur für Frauen und TINA*

Die Energiewende braucht mehr als nur Männer

Vom Montag 4. August bis zum 15. August lädt das Kasseler SolarCamp erstmals ausschließlich Frauen und TINA* (trans*, inter*, nicht-binäre & agender Personen) ein, in die Welt der Photovoltaik einzutauchen. Organisiert vom lokalen Photovoltaik-Kollektiv SoLocal Energy in Kooperation mit der cdw-Stiftung, der Stadt Kassel und der PBG des Landkreises Kassel, dem VDE Kassel, SMA und den lokalen Handwerksbetrieben ÖkoTronik und KAS, bietet das Camp praxisnahe Einblicke in das Klimahandwerk. Das SolarCamp soll insbesondere Frauen und Menschen mit diversen Geschlechtsidentitäten für die bislang männerdominierte Solarbranche begeistern und ihnen berufliche Perspektiven eröffnen.

Kristina Lenhard hat 2023 am SolarCamp in Lüneburg teilgenommen und berichtet begeistert: „Mit meinem nur 1,63m großen Körper war ich mir unsicher, ob ich das Handwerk packen kann. Das SolarCamp schien mir die perfekte Gelegenheit, das auszuprobieren – mit Erfolg. Heute arbeite ich schon seit einem Jahr in der Solarmontage, inzwischen in meiner zweiten Anstellung. Die Baustellen verwalte ich selbst. Letzte Woche haben wir mit zwei Frauen eine große Anlage mit Steil- und Flachdachmontage montiert – meine Mitmonteurin habe ich ebenfalls im SolarCamp kennengelernt.“

„Wir wollen nicht nur Dächer mit Solaranlagen bestücken, sondern auch Vielfalt in der Solar-Branche fördern erklärt Anne Wiehr von SoLocal Energy. Thomas Flügge von der cdw-Stiftung ergänzt zur Motivation für das SolarCamp: „Es fehlen noch immer die Hände für die Wende. Wir benötigen viele Solaranlagen auf unseren Dächern, um die Energie der Sonne zu nutzen. Dieses Camp bringt beides zusammen.“

Weltweit sind zwar 40% der Angestellten in der Solarbranche weiblich. Anders sieht das in Deutschland aus, wenn auf den für die Energiewende so zentralen Elektro-Handwerksberuf geschaut wird: bislang sind statistisch 99% der deutschen Elektriker*innen männlich. In Zeiten von Fachkräftemangel könnte also über die Hälfte der Bevölkerung für diesen wichtigen Beruf begeistert werden.

In zwei intensiven Wochen lernen die Teilnehmenden des Kasseler SolarCamps in Theorie und Praxis alle nötigen Grundlagen rund um Photovoltaik, Elektrotechnik und Arbeitssicherheit. Vormittags wird Wissen vermittelt, nachmittags wird an Muster-Anlagen geschraubt. Außerdem ist Zeit zum Netzwerken und gegenseitigen Kennenlernen sowie für Freizeitaktivitäten am Abend und am Wochenende. In der zweiten Woche erhalten die Teilnehmenden die Möglichkeit, für drei Tage auf realen Baustellen von regionalen Handwerksbetrieben mitzuarbeiten. Am Ende steht die Prüfung zur Photovoltaik-Hilfskraft.

Die Veranstaltung findet im Tagungshaus Niederkaufungen statt und bietet mit einer Teilnahmegebühr zwischen 150 und 350 € inkl. Vollverpflegung einen niedrigschwelligen Einstieg ins Klimahandwerk. Noch gibt es freie Plätze – weitere Infos und die Möglichkeit zur Anmeldung zum SolarCamp Kassel finden sich unter solocal-energy.de/solarcamp

Klimawende selbst gemacht: Goethe-Schüler*innen bauen eigene Solaranlage auf Schuldach

Gruppe Schüler*innen mit SoLocal-Kollektivmitgliedern an der PV-Anlage auf dem Dach der Goetheschule

PRESSEMITTEILUNG

Kassel, 14. Mai 2025 – Auf dem Dach des Goethe-Gymnasiums I im Kasseler Stadtteil Wesertor wird seit Montag kräftig geschraubt, verkabelt und montiert – und das von den Schüler*innen selbst. Im Rahmen einer Mitmach-Baustelle errichten sie gemeinsam mit dem Kollektiv SoLocal Energy eine große Photovoltaik-Anlage mit insgesamt 180 Solarmodulen. Damit setzen die Jugendlichen nicht nur ein starkes Zeichen für Klimaschutz, sondern erleben auch ganz praktisch, wie die Energiewende umgesetzt werden kann.

„Es ist beeindruckend, wie engagiert die Schüler*innen hier anpacken,“ sagt Simone Fedderke, Stadtklimarätin der Stadt Kassel. „Die Mitmach-Baustelle ist ein gelungenes Beispiel für praktischen Klimaschutz. Genau solche Projekte brauchen wir, um junge Menschen für die Zukunftsthemen unserer Stadt zu begeistern.“ Bis 2030 sollen alle geeigneten Dächer der Stadtverwaltung mit Photovoltaik belegt sein. Diese Anlage wurde – wie auf vielen anderen städtischen und gemeinnützigen Dächern – aus Mitteln der cdw-Stiftung finanziert.

Das Projekt wurde vom Hochbauamt und der Schule zusammen mit SoLocal Energy konzipiert. Das Kollektiv für Photovoltaik-Handwerk und Klimabildung leitet die Schüler*innen auf der Baustelle professionell an. Anne Wiehr, Elektroingenieurin bei SoLocal Energy, betont die Bedeutung der praktischen Erfahrung: „Viele Jugendliche fragen sich, wie sie konkret etwas fürs Klima tun können. Hier erleben sie: Ich kann selbst aktiv werden, ich kann handwerkliche Erfolge erleben, ich kann sogar eine Solaranlage bauen.“

Tatsächlich steht die Baustelle auch im Zeichen authentischer Berufsorientierung. Immer mehr junge Menschen interessieren sich für die zunehmend wichtiger gewordenen Berufe im sogenannten Klimahandwerk, also im Bereich Solarenergie, Energieeffizienz oder Gebäudesanierung. Gerd Niederlücke, stellvertretender Schulleiter des Goethe-Gymnasiums, sieht im Projekt daher eine ideale Verbindung von Bildung und Praxis. „Unsere Schüler*innen lernen nicht nur, wie Solarstrom funktioniert – sie erleben, was es heißt, Verantwortung zu übernehmen und im Team ein großes Projekt umzusetzen. Das ist gelebte Bildung für nachhaltige Entwicklung.“ Im Jahresverlauf sollen weitere Mitmachbaustellen bei der Georg-Lichtenberg-Schule und der Heinrich-Schütz-Schule umgesetzt werden.

Für fast alle der Schüler*innen ist es das erste Mal, dass sie auf einem Dach stehen oder mit Solartechnik arbeiten. Umso größer ist die Begeisterung. Abdoussalam Boudadi aus der 9. Klasse bringt es zum Start der Projektwoche auf den Punkt: „Die Arbeit als Photovoltaik-Installateur begeistert mich sehr, das Werkeln macht jetzt schon viel Spaß.“

Nach Abschluss der Arbeiten in zweieinhalb Wochen wird die Anlage jährlich rund 70.000 Kilowattstunden sauberen Strom erzeugen – genug, um rund 60% des Stromverbrauchs der Schule klimafreundlich zu erzeugen.


Weitere Schulen, Vereine oder sonstige Gemeinschaften, die Lust auf Anpacken beim Solarbau haben, können sich jederzeit gern hier auf unserer Website informieren und unter solarbau@solocal-energy.de gern an uns wenden.