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150 Teilnehmende bei Photovoltaik-Upcycling-Aktion Balkonien im Nordstadtpark
Sonne, Photovoltaik und viel Begeisterung gab es am Samstag im Kasseler Nordstadtpark. 300 gebrauchte Solarmodulen wurden dort kostenlos ausgegeben, mit Hilfe von 35 Aktiven aufgemöbelt und so ein zweites Leben als Balkonkraftwerk ermöglicht. 150 Teilnehmende können mit jeweils zwei Photovoltaik-Modulen so nun jährlich rund 80 € Stromkosten sparen und das Klima schützen.
Organisiert wurde das Event vom ClimateHub Kassel und dem Photovoltaik-Kollektiv SoLocal Energy. „Jede und jeder soll die Möglichkeit haben, Teil der Energiewende zu sein – ganz unabhängig vom Einkommen. Gleichzeitig schenken wir mit der Aktion gebrauchten Solarmodulen ein zweites Leben und leisten so einen Beitrag zur Ressourcenschonung”, sagt Marion Nürenberg, Klimavernetzerin des ClimateHub Kassel.
„Die Energiewende ist auch für Mieter*innen ein Mitmach-Projekt wie hier mit gebrauchten Balkonkraftwerken. Während die Bundesregierung der Photovoltaik bürokratische Klötze ans Bein bindet, zeigen wir mit diesem Upcycling-Event: viele wollen günstigen Solar-Strom statt noch mehr Geld an die fossile Industrie und die Diktatoren der Öl- und Gas-Staaten zu zahlen,“ betont Arvid Jasper von SoLocal Energy.
Zahlreiche ehrenamtliche Unterstützer*innen haben das Projekt erst möglich gemacht: die Bauteilbörse hat Logistik der 13 Paletten Solarmodule übernommen. Von den Students for Future gab es mit Sonnenstrom gebackene Solar-Waffeln. Die BürgerSolarBeratung hat mit fachkundiger Beratung unterstützt. Technische Hilfe gab es von der Bürgerenergiegenossenschaft Kassel & Söhre. Wer keine eigene Transportmöglichkeit hatte, konnte sich vor Ort große Lastenräder von SoLocal Energy und der Lastenrad-Initiative KARLA ausleihen. Die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) hat per Spende einigen benachteiligten Haushalten ermäßigtes Zubehör wie Wechselrichter und Unterkonstruktion ermöglicht. Der Zukunftsladen Re:Wir und das Umwelthaus haben das Projekt mit in die Öffentlichkeit getragen.
Die Photovoltaik-Module waren bereits 13 Jahre auf einer Fabrikhalle in Betrieb. Ohne Wiedernutzung hätten nur Teile der sechs Tonnen Material recycelt werden können. Durch die Prüfung konnten zwölf Solarmodule mit leichten Defekten aussortiert werden, alle anderen wurden gereinigt und mit neuen Steckern ausgestattet. Über den Rest ihrer Lebenszeit können die am Samstag neu entstandenen Balkonkraftwerke 500 Tonnen CO2 einsparen.


