25 FLINTA* erfolgreich zu PV-Hilfskräften ausgebildet

Rückblick zum SolarCamp 2026 in Kassel

(C): Stadt Kassel / Bernd Schoelzchen

Eine Woche. 25 Teilnehmende. Zwei Übersetzer*innen. Drei Köch*innen. Eine externe Referentin. Drei ehrenamtliche Helfer*innen. Das vierköpfige SolarCamp-Team von SoLocal Energy. Und: Unzählige Momente, in denen aus Neugier Empowerment wurde.

Unser viertes SolarCamp in Kassel – und bereits das zweite im FLINTA*-Rahmen – liegt hinter uns. Nach fünf intensiven Tagen sind wir vor allem eins: Dankbar und beeindruckt von dem, was in dieser Woche entstanden ist. Und ein bisschen müde 😉

Vom ersten Schraubenzieher bis zur fertigen PV-Anlage

Die Gruppe war so vielfältig wie die Menschen, die die Energiewende braucht. Einige Teilnehmende hatten bereits handwerkliche oder elektrotechnische Vorkenntnisse, andere hielten zum ersten Mal Akkuschrauber oder Crimpzange in der Hand.

Deshalb ging es zunächst darum, alle auf einen gemeinsamen Wissensstand zu bringen. Vormittags standen Photovoltaik, Elektrotechnik und Arbeitssicherheit auf dem Programm. Nachmittags wurde das Gelernte direkt am Musterdach umgesetzt – Schritt für Schritt. Vom Montieren der Unterkonstruktion über das Verlegen der Module bis zur Verkabelung konnten alle die einzelnen Arbeitsschritte selbst ausprobieren.

Besonders schön war zu beobachten, wie schnell Unsicherheiten verschwanden und gegenseitige Unterstützung ganz selbstverständlich wurde. Wer einen Handgriff schon beherrschte, zeigte ihn der nächsten Person.

Ein Lernraum, der den Unterschied macht

Während der Woche besuchten uns auch unsere Kooperationspartner*innen und kamen mit den Teilnehmenden ins Gespräch. Dabei wurde noch einmal deutlich, warum das FLINTA*-Format für viele so wichtig ist.

Mehrere Teilnehmende erzählten, dass sie sich ohne diesen geschützten Rahmen wahrscheinlich gar nicht angemeldet hätten. Die Möglichkeit, ohne Leistungsdruck Fragen zu stellen, Neues auszuprobieren und voneinander zu lernen, habe ihnen den Einstieg ins Klimahandwerk deutlich erleichtert.

Rund ein Viertel der Teilnehmenden kam aus Kassel und Umgebung, viele andere reisten aus ganz Deutschland an. Das zeigt uns, dass der Bedarf nach solchen Angeboten weiterhin groß ist.

Begegnungen, die inspirieren

Ein besonderes Highlight war auch der Besuch von Wilmary von Cecosesola aus Venezuela. Der Austausch über selbstorganisierte Zusammenarbeit, Solidarität und gemeinschaftliches Wirtschaften eröffnete noch einmal eine ganz andere Perspektive darauf, wie wir die Energiewende gestalten können – technisch, aber eben auch gesellschaftlich.

Auch abseits des Unterrichts entstand echtes Camp-Gefühl: beim gemeinsamen Essen, bei Gesprächen am Abend oder einfach beim gegenseitigen Unterstützen während der Praxis.

„Jetzt traue ich mir das zu“

Die Abschlussrunde war geprägt von großer Wertschätzung – füreinander und für die gemeinsame Woche. Besonders freuen wir uns überAussagen wie diese:

„Ich habe schon lange viele PV-Anlagen um mich, aber ich fühle mich jetzt nach dem SolarCamp zum ersten Mal in der Lage, selbst eine zu installieren.“

Und auch dieses Feedback zeigt genau das, was wir mit dem SolarCamp erreichen möchten:

„Vor dem SolarCamp war meine größte Sorge die Elektrik, aber einige Handgriffe sitzen jetzt schon nach der Woche Theorie & Praxis. Jetzt habe ich Lust, weiterzulernen und weniger Respekt vor dem Thema.“

Genau darum geht es: Hemmschwellen abbauen, Selbstvertrauen stärken und Menschen den Einstieg ins Klimahandwerk ermöglichen.

Vielen Dank noch einmal an dieser Stelle an unsere Kooperationspartner*innen, die uns finanziell und ideell unterstützt haben!

Wie geht es weiter?

Für einige Teilnehmende ist das SolarCamp nur der Anfang. Einige planen bereits, sich im Bereich Photovoltaik beruflich weiterzuentwickeln oder sich damit sogar ein zusätzliches berufliches Standbein aufzubauen. Andere möchten zunächst bei Baustellen mithelfen oder weitere praktische Erfahrungen sammeln.

Welche langfristigen Wirkungen das Camp entfaltet, werden wir in unserer laufenden Evaluation noch genauer untersuchen. Schon jetzt zeigt sich jedoch, dass die Woche weit mehr war als ein Einführungskurs in Photovoltaik.

Wir freuen uns aufs nächste Jahr!

Mit jedem SolarCamp lernen auch wir dazu. Nach unserem vierten Camp sind viele Abläufe inzwischen eingespielt, gleichzeitig entwickeln wir das Konzept jedes Jahr weiter – gemeinsam mit den Erfahrungen und dem Feedback der Teilnehmenden.

Deshalb steht für uns schon jetzt fest: Auch im nächsten Jahr soll es wieder mindestens ein SolarCamp in Kassel geben.

Wenn du beim nächsten Mal dabei sein möchtest, kannst du dich bereits jetzt auf unsere Interessiertenliste eintragen. Alle Informationen findest du hier: SolarCamp Kassel.

Fotos: (C) SoLocal Energy e.V.

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