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Häufige Fragen (FAQ)

Diese Fragen werden laufend ergänzt und beantwortet. Wenn auf eine Deiner Fragen noch die Antwort fehlt, schreib uns oder ruf uns am besten direkt an!

Allgemein

Wir sind der festen Überzeugung, dass es unabhängig ihres Geldbeutels Möglichkeiten für alle in unserer Gesellschaft geben muss, an der Energiewende teilzuhaben. Dazu gehört es auch, dass privilegierte Menschen denen mit wenig Geld unter die Arme greifen. Das wollen wir je nach Möglichkeit z.B. mittels Bietrunden praktisch leben.

Balkonkraftwerke

Die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) hat die Balkonkraftwerke in den letzten Jahren stark nach vorne gebracht. Auf ihrer speziell für Balkonkraftwerke eingerichteten Website findet sich eine noch umfangreichere Sammlung von Häufigen Fragen.

Allgemein

Absolut! Es ist einfach genial, den eigenen Strom auf dem Balkon zu erzeugen und damit Strom greifbar zu erleben.

Auch wirtschaftlich macht ein einzelnes Solarmodul (300 W) selbst bei geringem Stromverbrauch Sinn. Ein einzelnes Modul produziert pro Jahr je nach Anbringungsort 200-300 kWh Strom. Ein durchschnittlicher Ein-Personen-Haushalt in einem Mehrfamilienhaus (ohne Warmwasser durch Strom) verbraucht im Durchschnitt Deutschlands 1.500 kWh. (Weitere Vergleichswerte im Stromspiegel.)

Demnach wird nach wie vor ein großer Teil des Verbrauchs dann stattfinden, wenn das Balkonkraftwerk auch Strom produziert. Auch in Ein-Personen-Haushalten wird ja fast immer ein Kühlschrank und Router betrieben, vielleicht auch weitere Standby-Geräte.

Da Lieferung und Installation einen großen Anteil der Kosten ausmachen, lohnt es sich aber in den meisten Fällen wirtschaftlich und erst recht ökologisch, das Maximum von 600 Watt, also zwei Solarmodulen auszunutzen.

Das klären wir im Vorhinein mit eurer*m Vermieter*in. Normalerweise nehmt Ihr einfach Euer Solarmodul mit in die nächste Wohnung und könnt es dort wieder anbringen. Meldet Euch gerne dann bei uns für die weiteren Schritte zur Anmeldung und Installation.

Alternativ könnt Ihr Euren Nachmieter*innen auch das Balkonkraftwerk wie eine Einbauküche gegen Zahlung einer Ablöse überlassen.

Ein Solarmodul spart pro Jahr in etwa so viel Emissionen, wie ein Auto auf 700 km ausstößt (60-100 kg CO2). Bei zwei Modulen (600 W) das Doppelte. Zusammen führen zwei Solarmodule im Durchschnitt damit zu etwa 1-2% weniger Treibhausgasemissionen für einen Ein-Personen-Haushalt.

Vor allem ist ein Balkonkraftwerk also der erste Schritt, um sich zuhause und in der Nachbarschaft mit der Klimawende zu beschäftigen. Es braucht solche kleinen Ansatzpunkte, damit daraus größere Projekte entstehen - zum Beispiel im Rahmen unserer Nachbarschaftskreise Klimawende oder dem Solarsyndikat.

Grundsätzlich können mit einem Balkonkraftwerk jährlich 40-60 € (doppeltes: 75-110 €) Stromkosten gespart werden über die Lebensdauer des Balkonkraftwerks (bis zu 25, gar 30 Jahre).

Der genaue Betrag hängt von Euren heutigen und zukünftigen Strompreisen, der Ausrichtung und (möglichst geringen!) Verschattung des Solarmoduls und Eurem Grundlast-Stromverbrauch ab.

Das Balkonkraftwerk liefert durchgängig Strom, wenn die Sonne scheint. Das Balkonkraftwerk kombiniert sich daher insbesondere gut mit Kühlgeräten (Kühlschränken, Gefriertruhen, Ventilatoren). Bei hohen Temperaturen und damit meist hoher Sonneneinstrahlung laufen diese ebenfalls viel unter Volllast.

Grundsätzlich ist ein Balkonkraftwerk aber auch ideal geeignet, um Strom für sogenannte "Grundlastverbraucher" bereitzustellen - also Geräte, die immer Strom verbrauchen. Wenn auch jedes einzelne Gerät nicht viel verbraucht, summiert sich das in den allermeisten Haushalten auf 80-300 Watt an Grundlast. Wenn ihr das einmal grob messen wollt für Euch:

  1. Morgens als letzte Tat vor dem Verlassen des Hauses den Stromzähler ablesen und die Zahl notieren zusammen mit der Uhrzeit
  2. Nachmittags/abends wieder den Zähler ablesen. Die Differenz bilden und durch die vergangenen Stunden teilen und mal 1000 rechnen - das war Eure Grundlast über diesen Tag hinweg. Das kann sich aber jahreszeitenbedingt auch verändern (Heizungspumpe, Kühlgeräte usw.)

Als Faustregel gilt, dass die Leistung Eures Balkonkraftwerks Eure Grundlast-Stromverbraucher nicht um mehr als den Faktor 7 übersteigen sollte (meistens produziert das Balkonkraftwerk ja nicht die Maximalwerte). Demnach ist aber auch in den meisten Fällen ein doppeltes Balkonkraftwerk mit 600 Watt sinnvoll.

Seit 2010 und nochmal verschärft seit 2014 müssen neue Geräte in der EU zwar strengere Grenzwerte für den Stromverbrauch im Standbybetrieb einhalten (max. 0,5 Watt für bloße Einschaltbereitschaft, max. 1 Watt für Bereitschaftsmodus mit roter LED o.Ä.). Doch viele von uns haben noch ältere Geräte im Haus. In vielen Fällen lohnt es sich ja auch, diese Geräte so lange wie möglich zu nutzen.

Aus dieser Tabelle mit groben Durchschnittswerten könnt ihr ablesen, wieviel (Grundlast-)Stromverbrauch bei Euch anfällt.

 GerätTypische Standby-Leistung in WattÜbliche Nutzungs-Leistung in WattJährlicher Grundlast-Stromverbrauch in kWhTypischer Jahres-Stromverbrauch in kWhGrundlast-Stromkosten jährlich in €Gesamte Stromkosten jährlich in €
Kühlschrank5-158040-13060-50012-4018-150
Gefriertruhe/-schrank5-2520040-220100-50012-6530-150
Backofen-Uhr0-215005-20100-5001-630-150
Mikrowelle2-3120020-3050-1505-1015-45
Gegensprechanlage / Klingel1-2205-155-151-51-5
Spülmaschine0-36005-25100-2501-7,530-75
Waschmaschine0-310005-2550-2501-7,515-75
Heizungs-Umwälzpumpe2-1520010-13050-5003-4015-150
Internet-Router (WLAN)5-105-20

40-90

40-10010-3012-30
Sat-Receiver2-105-1020-9020-1005-256-30
Festnetztelefon2-510-2020-4520-605-156-20
klassisches Radio1-310-205-255-301-7,51-10
Internet-Radio4-85-1530-6030-6510-2010-20
Handyladegerät0,3-52-55-405-451-101-15
Laptop1-510-405-4040-1001-1010-30
PC1-1550-2005-120100-2501-3030-75
PC-Monitor1-1015-505-8040-1501-2510-45
Drucker1-5 5-405-801-121-25
Fernseher1-1420-2005-12050-2501-3515-75
Stereo-Anlage1-1525-12520-1501-37,55-45
DVD-Rekorder1-85-255-505-551-151-15
Spielekonsole1-41005-3040-801-1010-25
Kaffeevollautomat1-33005-2520-801-7,55-25
Smart Home - System mit Sprachsteuerung (Amazon Echo, Google Home etc.)2-71010-6020-803-205-25
Server (Dauerbetrieb)30-10050-150250-750250-90075-22575-270

Datenquellen:

https://www.co2online.de/energie-sparen/strom-sparen/strom-sparen-stromspartipps/stromverbrauch-bei-standby/

Dena 2010 für die hohen Grundlast-Werte (mittlerweile nur noch bei alten Geräten)

https://www.stromverbrauchinfo.de/stromverbrauch-waschmaschinen.php

Technisch

Da gibt es ganz viele Möglichkeiten! Am beliebtesten ist der Anbau am Balkon, entweder flach am Geländer oder etwas nach außen vorgebaut, um mehr Sonne einzufangen. Aber auch die Anbringung an der Fassade, auf der Terrasse oder im Garten sowie auf dem Schuppendach werden gerne umgesetzt. Dabei ist es immer sehr wichtig, die Montage auch sturmsicher auszuführen.

Sprecht uns einfach an, wir überlegen gemeinsam mit Euch, wo ein Steckerkraftwerk bei Eurer Wohnung oder Eurem Haus passen könnte!

vier verschiedene Anbringungsorte an einem stilisierten Einfamilienhaus: Garagendach, frei aufgeständert, Fassadenanbringung, Balkonbrüstung

Wir haben einige verschiedene Anbringungsoptionen zur Verfügung. Zum Beispiel kann die Steckersolaranlage am Balkongeländer angebracht werden. Auch in der Fassade haben wir Montageschienen bereits mit soliden Schrauben verankert.

Letztlich kommt es auf Euren Einzelfall an. Füllt also gern das Anfrageformular aus und ladet dort am besten gleich ein Bild vom geplanten Anbringungsort mit hoch.

Je mehr Sonne, desto mehr Strom produziert das Balkonkraftwerk. Am besten also so anbringen, dass möglichst wenig Schatten auf das Solarmodul fällt. Grundsätzlich lohnt sich aber ein Balkonkraftwerk auch unter mäßigen Bedingungen.

Wo wirklich keine Sonne scheint, kann allerdings auch nicht viel Strom produziert werden. Am besten schickst du uns Fotos in alle Richtungen vom Balkon aus. Das geht im Kontaktformular unten auf der Balkonkraftwerks-Seite. Dann schauen wir uns das an und melden uns, ob ein Balkonkraftwerk bei Euch Sinn macht.

Nein. Unsere Balkonkraftwerke liefern nur Strom, wenn sie an das allgemeine Stromnetz angeschlossen sind. Unsere Balkonkraftwerke sind nicht für den sogenannten "Inselbetrieb" gedacht. Sie schalten sich bei einem allgemeinen Stromausfall also auch ab. Erst so lassen sich alle normalen Haushaltsgeräte mit dem Sonnenstrom vom Balkon sicher und ohne große weitere Vorkehrungen (wie ein Gleichstrom-Inselnetz) betreiben.

Bei sachgemäßer Handhabung: Nein. Wir verwenden nur hochqualitative Wechselrichter mit integriertem Netz- und Anlagen-Schutz (NA-Schutz). Nach dem Trennen des Steckers vom Stromnetz liegt daher schon nach 0,2 Sekunden kein Strom mehr vorne an den Steckerverbindungen an. Das ist sehr viel kürzer als bei handelsüblichen Staubsaugern (1 Sekunde).

Allerdings sollte das Kabel nicht regelmäßig bewegt werden, da sonst wie bei allen anderen Kabeln auch ein Kabelbruch entstehen kann. Immerhin soll ja auch in zwanzig Jahren noch Strom durch dieses Kabel fließen. Ein Kabelbruch könnte im ungünstigsten Fall Funken fliegen lassen. Bei über 100.000 Balkonkraftwerken in Deutschland ist bislang aber kein daraus entstandener Brand bekannt.

Wir achten schon bei der Anbringung des Balkonkraftwerks auf eine sichere Kabelführung.

Ja. Selbst ein doppeltes Balkonkraftwerk produziert bei praller Sonneneinstrahlung maximal 600 Watt an elektrischer Leistung, das entspricht einer Stromstärke von maximal 2,6 Ampere.

Eine normale Sicherung ist bis 16 Ampere durchfließenden Strom abgesichert. Der ungünstigste Fall: die Energiefresser Mikrowelle, Toaster, Staubsauger und Waschmaschine laufen gleichzeitig über die selbe Sicherung, deren 16 Ampere Absicherung damit ausgereizt sind. Gleichzeitig scheint draußen die pralle Sonne, das Balkonkraftwerk speist also vom "anderen Ende" her zusätzlichen Strom in den Stromkreis ein. Selbst dieser sehr ungünstige Fall wurde einmal an der HTW Berlin getestet: die Kabeltemperatur wird zwar um weitere 17,5°C durch das Balkonkraftwerk erhöht, bleibt aber mit 87,5°C noch weit weg von der Entflammtemperatur der Kabel (180°C).

Üblicherweise sind allerdings bei modernen Elektroinstallationen sogenannte normative Reserven eingeplant, die den Betrieb eines Balkonkraftwerks völlig bedenkenlos ermöglichen. Wenn die Elektroinstallation hingegen älter ist, können wir gern prüfen, ob die Sicherung des Balkonkraftwerks von einer Elektrofachkraft zu einer 10A-Sicherung heruntergesetzt werden sollte.

Technisch gesehen geht das, macht aber sehr wenig Sinn.

Üblicherweise wird 80-90% des produzierten Stroms von Balkonkraftwerken durch die Grundlastgeräte direkt im eigenen Haushalt verbraucht. Daher bleibt gar nicht viel Strom zum Speichern übrig. Die Kosten des Akkus und der Nerv, diesen zu warten und nach einigen Jahren auszutauschen, lohnt sich daher anders als mitunter bei größeren Dach-Photovoltaikanlagen nicht.

Die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie hat zusammen mit der Fachhochschule Rosenheim eine Grafik zum winkelabhängigen Ertrag eines Balkonkraftwerks erstellt. Auf der Achse unten geht es um die Himmelsrichtung (180° Azimuth = Süden, 270° = Westen, 90° = Osten, 0° = Norden).

Die meiste Energie produziert ein Balkonkraftwerk bei südlicher Ausrichtung und bei 36° horizontaler Neigung (linke Achse). Um diesen Winkel zu erreichen, gibt es spezielle Aufständerungsoptionen. Aber auch in vielen anderen Winkelkombinationen wird dennoch viel Strom produziert. Insbesondere eine westliche Ausrichtung macht Sinn, wenn Ihr sehr wenige Grundlastverbraucher habt und vor allem nachmittags und abends viel Strom verbraucht.

Ein senkrecht angebrachtes Balkonkraftwerk (Neigungswinkel 90°) produziert natürlich mit rund 70% etwas weniger als ein ideal angebrachtes Balkonkraftwerk. Es ist aber deutlich leichter zu installieren, da es meist nicht so starkem Wind standhalten muss wie ein geneigt angebrachtes Solarmodul.

Nein. Rechtlich dürfen maximal 600 Watt (also etwa zwei Standard-Solarmodule) an einen Haushalts-Stromkreis angeschlossen werden.

Prinzipiell und technisch gesehen lässt sich über eine ganze Fassade natürlich eine große Solaranlage zusammenschalten. Die wird dann aber rechtlich wie eine Dach-Anlage behandelt und kann nicht ohne Weiteres im einem der Haushalte verbraucht werden.

Wenn ihr etwas in der Art vorhabt, ruft uns gerne an, um gemeinsam alle denkbaren Möglichkeiten auszuloten.

Rechtlich

Ja. Seit Ende 2018 liegen alle nötigen Normen vor, um Steckerkraftwerke bis 600 W (also ein oder zwei Module) an den Haushaltsstromkreis anzuschließen. Dabei müssen aber einige rechtliche Rahmenbedingungen beachtet werden.

Nein. Vor dem Anschluss deines Balkonkraftwerks muss es beim Stromnetzbetreiber angemeldet werden. Anschließend muss es im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur eingetragen werden. Um beides können wir uns gerne kümmern.

Außerdem sind technische Richtlinien zu beachten. Es ist in Deutschland leider noch ungeklärt, ob ein normaler SchuKo-Stecker zum Anschluss verwendet werden darf.

In Österreich sind normale Schutzkontakt-Stecker (kurz: SchuKo-Stecker) rechtlich vorgesehen für Balkonkraftwerke. Über 200.000 Balkonkraftwerke sind dort mit SchuKo-Steckern ausgestattet.

In Deutschland ist die Lage rechtlich noch etwas kompliziert. Eine technische Anwendungsregel (die VDE-AR-N 4105 2018:11) sieht die Nutzung einer "speziellen Energiesteckdose" vor. Es ist ungeklärt, ob nicht auch die SchuKo-Steckdose eine "spezielle Energiesteckdose" darstellt.

Es besteht die Vermutung, dass die Norm bloß eine "spezielle Energiesteckdose" vorsieht, weil mit Herrn Wieland ein Produzent solcher Spezial-Steckdosen (Wieland-Steckdosen der Reihe RSt20) Mitglied der Normungskommission war. Diese sind eigentlich für deutlich größere Anlagen bis 3,7 kWp Leistung vorgesehen, nicht für einzelne Solarmodule eines Balkonkraftwerks.

Manche der speziellen Energiesteckdosen sind besser gegen Spritzwasser und Regen geschützt. Außerdem können sie nicht ohne Werkzeug aus Versehen ausgesteckt werden. Das Sicherheitsniveau steigt dadurch.

Es ist andererseits aber auch zu beachten, dass durch den Stecker von jedem üblichen Staubsauger mehr Strom fließt als durch den Stecker eines Balkonkraftwerks. Die von uns verwendeten kleinen Wechselrichter, die den Solarstrom zu Haushaltsstrom umwandeln, haben außerdem Netz- und Anlagen-Schutz (NA-Schutz) integriert. Das heißt, dass vorne am Stecker nach dem Kappen der Verbindung mit dem Stromnetz nach 0,2 Sekunden keine Spannung mehr anliegt, er also bedenkenlos angefasst werden kann. Bei Staubsaugern muss das erst nach einer Sekunde der Fall sein. Dennoch gilt es natürlich in jedem Fall, vorsichtig zu sein.

Im Balkonkraftwerks-Anmeldeformular vieler Stromnetzbetreiber muss ggf. die Nutzung einer speziellen Energiesteckdose bestätigt werden. Dieses Formular füllen wir für Dich aus und besprechen es dann noch einmal mit Dir.

Für alle Mieter*innen gilt ein klares Nein. Dein*e Vermieter*in ist für die Elektrik zuständig. Eine Einrichtung einer Außensteckdose gilt aber als Modernisierung und muss daher genehmigt werden. Wir können gerne alle Details mit Eurer*m Vermieter*in klären.

Grundsätzlich dürfen nur eingetragene Elektriker*innen Steckdosen installieren (§13 Niederspannungs-Anschlussverordnung). Laien dürfen aber Vorarbeit leisten und z.B. die Schlitze in die Wand stemmen. Wo nötig, können wir eine fachkundige Installation entsprechend in die Wege leiten. Sprecht uns gern an bei Fragen.

Idealerweise ist bereits eine Außensteckdose am Balkon oder auf der Terrasse vorhanden. Beachte: das Balkonkraftwerk darf aus Brandschutzgründen nicht in eine Mehrfachsteckdose eingesteckt werden.

Ein klares Jein. Das Anmeldeverfahren wurde in einer Norm Ende 2018 so vereinfacht, dass dafür kein*e Elektriker*in mehr vorgeschrieben ist. Jede*r darf das Balkonkraftwerk also selbst beim Netzbetreiber anmelden. Wir können dir diese Bürokratie gerne abnehmen.

Allerdings braucht es für die Installation einer Steckdose eine Elektriker*in, denn nur diese dürfen rechtlich gesehen “Arbeiten an elektrischen Anlagen” durchführen. Muss also auf Deinem Balkon eine Steckdose umgebaut oder neu verlegt werden, muss im Kontakt mit der*m Hauseigentümer*in abgesprochen werden, inwiefern eine Elektrofachkraft dafür beauftragt wird.

Die Sicherung und die Steckdose des Balkonkraftwerks muss mit der maximal zulässigen Einspeiseleistung (600W) markiert werden - wir bringen dafür kleine Sticker mit. In manchen Fällen müssen auch Sicherungen ausgetauscht werden - dafür braucht es eine Elektrofachkraft.

Auf den vereinfachten Anmeldeformularen für Balkonkraftwerke ist keine Unterschrift einer Elektrofachkraft mehr vorgesehen. Ob eine Elektrofachkraft an der Installation eines Balkonkraftwerks mitgewirkt hat, wird von den Verteilnetzbetreibern nicht überprüft.

Wir können uns gerne um alle nötigen Absprachen kümmern.

Nein, die Versorgung durch selbst produzierten Sonnenstrom beeinflusst in keiner Weise die bestehenden Verträge. Allen Strom, den die Sonne nicht direkt deckt, bekommt ihr weiterhin einfach aus dem Netz von Eurem Stromversorger.

Am besten sollte dieser Strom natürlich wirklicher Ökostrom sein (Achtung: schwarze Schafe!). Falls ihr noch keinen Ökostrom bezieht, können wir aufgrund ihrer hohen Standards und der eigenen Investition in erneuerbare Energien vor allem diese vier Anbieter empfehlen:

Ja - leider legt die Bürokratie auch und gerade den kleinen Kraftpaketen der Balkonsolarmodule Steine in den Weg.

Obwohl in den letzten Jahren viele zehntausend Balkonkraftwerke als "Guerilla-PV" ohne Anmeldung betrieben wurden, ist die Anmeldung offiziell vorgeschrieben und seit Ende 2018 auch klarer geregelt.

Vor Anschluss muss das Balkonkraftwerk dem Stromnetzbetreiber angezeigt werden. Gegenüber dem Netzbetreiber sollte auch auf die Vergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz verzichtet werden, denn das bringt für so kleine Anlagen bei unter zehn Euro jährlicher Vergütung enorm viel Bürokratie mit sich (monatliche Umsatzsteuervoranmeldungen und Einnamenverrechnung mit dem Finanzamt, zusätzliche Messentgelte usw.). Das kann ggf. auch einige Jahre nach Installation noch rückwirkend passieren, das wäre ärgerlich. Eine Anmeldung macht daher wirklich Sinn.

Einige Verteilnetzbetreiber bieten für Balkonkraftwerke ein vereinfachtes Anmelde-Verfahren an (z.B. die Städtischen Werke Netz+Service im Stadtgebiet Kassel). Andere sperren sich da aktuell noch gegen (z.B. die EnergieNetzMitte in vielen nordhessischen Landkreisen). Wir kümmern uns in jedem Fall um Eure Anmeldungen, sodass Ihr Euch da nicht einarbeiten müsst. In manchen Fällen wird dann im Anschluss der Stromzähler getauscht (s. Frage zu den Stromzählern).

Außerdem muss die Anlage nach Inbetriebnahme im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur eingetragen werden. Auch das können wir gerne in Eurem Namen erledigen.

Leider ist das durch eine technische Richtlinie vorgeschrieben (VDE-AR-N 4105:2018-11). Bei mehr als 600 Watt Wechselstrom-Leistung des Wechselrichters muss eine Elektrofachkraft die Anmeldung des Anschlusses übernehmen.

Größere Anlagen machen dann vom bürokratischen Aufwand erst wieder ab etwa 4 kWp elektrischer Leistung Sinn - zum Beispiel auf dem eigenen Dach? Sprecht uns auch dafür gerne an, wir besprechen dann alle Möglichkeiten mit Euch.

Die Person, die das Balkonkraftwerk in Eurem Fall anbringt, ist für dessen ordnungsgemäße Installation verantwortlich. Wenn Ihr das gerne selbst machen wollt, kontrollieren wir anschließend gern, ob das so passt. Wenn es Euch lieber ist, können auch wir die Anbringung (ggf. mit Euch zusammen) übernehmen.

Grundsätzlich betreibt Ihr das Balkonkraftwerk und seid für die Verkehrssicherung zuständig. Checkt also immer mal wieder, ob alle Schrauben o.Ä. noch gut sitzen.

Wenn unter Eurem Balkon Fußwege verlaufen, dürfen nur spezielle Solarmodule (z.B. mit Sicherheitsglas) verwendet werden, um Glasunfälle auszuschließen. Um die Auswahl eines passenden Balkonkraftwerks kümmern wir uns.

Bei einem alten Stromzähler mit Drehrad ("Ferraris-Zähler") kann ein Balkonkraftwerk dazu führen, dass der Stromzähler manchmal rückwärts läuft. Das ist in Deutschland strafbar als "Fälschung technischer Aufzeichnungen" (§268 StGB). Teils wird davon ausgegangen, dass erst eine Straftat vorliegt, wenn das Rücklaufen mehr als 4% des Jahresstromverbrauchs ausmacht - grundsätzlich ist aber ganz klar zum Einbau eines rücklaufgeschützten Zählers zu raten.

Ferrariszähler (links) sind nicht für den Betrieb von Balkonkraftwerken geeignet. Ihr braucht einen rücklaufgeschützten Stromzähler, z.B. ein modernes Messsystem (rechts)
Ferrariszähler (links) sind nicht für den Betrieb von Balkonkraftwerken geeignet. Ihr braucht einen rücklaufgeschützten Stromzähler, z.B. ein modernes Messsystem (rechts). Foto: MachDeinenStrom.de

Wenn ihr noch keinen rücklaufgeschützten und ggf. Zweirichtungs-Zähler installiert habt, wird Euer Messtellenbetreiber das meist einige Wochen nach Anmeldung des Balkonkraftwerks erledigen. Manchmal berechnen die Messstellenbetreiber dafür rund 50 €. Allerdings müssen sie im Rahmen des im Januar 2020 begonnen "Smart-Meter-Rollouts" sowieso schrittweise bei allen Stromverbraucher*innen neue Zähler einbauen. Aktuell ist daher noch unklar, ob sie weiterhin versuchen, die Kosten des Zählertausches an die Balkonkraftwerks-Nutzer*innen weiterzureichen. Sollten wir das nicht abwenden können, übernehmen wir die Kosten, wir wollen Euch ja diesen ganzen Nerv ersparen.

Stromzähler und Balkonkraftwerke

Habt Ihr einen alten Stromzähler ohne Rücklaufsperre (häufig bei den "Ferraris-Stromzählern" mit Drehscheibe, s. Bild unten)? Dann dreht dieser rückwärts, wenn mehr Energie durch das Balkonkraftwerk erzeugt wird als im Haushalt verbraucht wird. Dies könnte eine „Fälschung technischer Aufzeichnungen“ nach §268 StGB sein. Bisherige Gerichtsurteile zu Stromzählern auf Basis dieses Gesetzes sehen nur verhältnismäßig geringe Geldstrafen vor. Teils wird davon ausgegangen, dass erst eine Straftat vorliegt, wenn das Rücklaufen mehr als 4% des Jahresstromverbrauchs ausmacht. Doch auch Betrug und Steuerhinterziehung beziehungsweise Steuerverkürzung wegen der geprellten Stromsteuer stehen mitunter im Raum. Grundsätzlich ist daher ganz klar zum Einbau eines rücklaufgeschützten Zählers zu raten.

Wenn ihr noch keinen rücklaufgeschützten und ggf. Zweirichtungs-Zähler installiert habt, wird Euer Messstellenbetreiber das meist einige Wochen nach Anmeldung des Balkonkraftwerks erledigen. Manchmal berechnen die Messstellenbetreiber dafür einen zweistelligen Betrag (s.nächste Frage).

Ferrariszähler (links) sind nicht für den Betrieb von Balkonkraftwerken geeignet. Ihr braucht einen rücklaufgeschützten Stromzähler, z.B. ein modernes Messsystem (rechts)
Ferrariszähler (links) sind nicht für den Betrieb von Balkonkraftwerken geeignet. Ihr braucht einen rücklaufgeschützten Stromzähler, z.B. ein modernes Messsystem (rechts). Foto: MachDeinenStrom.de

Auf rücklaufgeschützten Zählern ist an beliebiger Stelle und teils auch sehr klein dieses Symbol zu finden:

Strom durch die Steckdose einspeisen, Gefahren ...

Von einigen Netzbetreibern wird stattdessen explizit ein Zwei-Richtungs-Zähler verlangt. Hier werden also auch die wenigen kWh erfasst, die durch das Balkonkraftwerk ins öffentliche Stromnetz eingespeist werden. Die üblicherweie von Netzbetreibern in den letzten Jahren eingebauten "modernen Messsysteme" haben diese Funktion. Zwei-Richtungs-Zähler sind mit dem folgenden Symbol gekennzeichnet:

Zwei-Richtungs-Zähler: zwei gegenläufige Pfeile mit Endstrich links

Seit 31.01.2020 müssen Stromzähler auf Antrag der Haushalte durch die Messstellenbetreiber frühzeitig mit einem intelligentes Messsystem (Smart Meter) ausgetauscht werden. Zuvor haben einige wenige Netzbetreiber Balkonkraftwerks-Haushalten eine Rechnung für den Stromzählerwechsel in Höhe von 30 bis 160 € gestellt. Wir sammeln dazu noch Erfahrungen mit den Netzbetreibern Nordhessens und setzen uns für Verbraucher*innenfreundlichkeit ein. Die Städtischen Werke Netz+Service GmbH (Stadtgebiet Kassel) haben in der Vergangenheit teils etwa 50 € berechnet. Fachjurist*innen der verbraucherzentrale NRW sind sich sicher, dass der Zählertausch finanziell von den Netzbetreibern übernommen werden muss.
Insbesondere bei älteren Gebäuden (vor 1965) muss in manchen Fällen der ganze Zählerschrank ausgetauscht werden. Das kann bis über 2000 € kosten und muss von der/dem Hauseigentümer*in übernommen werden. Diese Kosten werden aber ohnehin in den nächsten Jahren im Laufe des “Smart Meter Rollout” anfallen, werden jetzt also nur etwas vorgezogen.

Smart Meter erfassen den Stromverbrauch kontinuierlich und funken ihn üblicherweise alle 15 Minuten an deinen Stromnetzbetreiber. So können Verbrauchsschwankungen besser und kostengünstiger ausgeglichen werden.

Außerdem könnt Ihr Euren Stromverbrauch jederzeit beobachten: eine digitale Anzeige zeigt an, wie viel Watt Ihr aktuell in Eurem Haushalt verbraucht. Mit einigen Smart Home - Apps könnt ihr euch auch unterwegs Euren Stromverbrauch oder die aktuelle Stromerzeugung durch Eure Solaranlage auf dem Dach anzeigen lassen. Teils können auch einzelne Haushaltsgeräte über das Smart Meter per Smartphone angestellt werden (z.B. die Waschmaschine zwei Stunden, bevor Ihr nach Hause kommt). Das Angebot steigt hier stetig.

Bei einem Stromverbrauch über 6.000 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr ist der Einbau eines Smart Meters seit Februar 2020 durch den Messstellenbetreiber verpflichtend vorgesehen. Das gilt womöglich ab Herbst 2020 auch für Haushalte, in denen eine Dach-Solaranlage mit mehr als 7 kWp Leistung oder eine “steuerbare Verbrauchseinrichtung” angemeldet ist – das kann eine Wärmepumpe, eine (ineffiziente!) Nachtspeicherheizung oder eine E-Auto-Ladesäule sein.
Als Stromkund*innen gibt es kein Widerspruchsrecht, wenn der Messstellenbetreiber den Einbau eines Smart Meters plant – egal, ob der Einbau für den Betreiber verpflichtend ist oder nicht.
Der Stromzählerwechsel muss vom Messstellenbetreiber mindestens drei Monate vor Einbau vorangekündigt werden. Mindestens zwei Wochen zuvor muss der konkrete Termin bekanntgegeben werden.

Zwei Nachteile sind einerseits die höheren jährlichen Kosten (s.u.) und andererseits Bedenken zum Datenschutz. Bei den üblichen 15-Minuten-Intervallen erfährt Euer Messstellenbetreiber und darüber Euer Stromlieferant, wie Eure täglichen Rythmen sind, wann Ihr im Urlaub seid usw. Teils können aus Veränderung Eurer Verbrauchsmuster auch Schlüsse wie die Geburt eines neuen Kindes o.Ä. abgeleitet werden. Im ungünstigen Fall trudelt dann also ungewollt Werbung für Babykleidung ein – wobei diese Informationen in unserer Informationsgesellschaft leider vermutlich durch Eure Internetrecherchen längst bei zahlreichen Werbeagenturen zu finden sind.

Weitere Infos bei der Verbraucherzentrale.

Der Messstellenbetreiber darf die Kosten für die Messung nur bis zu einer festgelegten Höhe an die Nutzer weiterreichen. Je nach Stromverbrauch können das für einen Privathaushalt jährlich maximal 23 € (bis 2.000 kWh), 30 € (bis 3.000 kWh) oder 40 € (bis 4.000 kWh) sein. Für steuerbare Verbrauchseinrichtungen (Wärmepumpen, E-Autos sowie auch veraltete Nachtspeicherheizungen) oder größere Dach-Solaranlagen gelten noch einmal höhere Werte.
Im Durchschnitt kosten “normale” Stromzähler bislang 13 € pro Jahr, die Kosten steigen also nur leicht – insbesondere bei geringem Stromverbrauch, der ja aus vielen Gründen sinnvoll ist. Kommt auf uns zu, wenn Ihr Tipps zum Energiesparen sucht. Auch eine professionelle Energieberatung können wir Euch vermitteln.

Nachbarschaftskreis Klimawende

Solarsyndikat